Säule 3a: Auch beim Bezug Steuern sparen
Mit einer Staffelung lässt sich viel Geld sparen
Bei der Säule 3a denkt man bezüglich Steuerersparnis vor allem an die Jahre, in denen man einzahlt. Es ist jedoch wichtig, die steuerliche Situation bereits beim Einzahlen und insbesondere beim Bezug im Auge zu behalten.
Wer ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt, darf in die Säule 3a einzahlen und den Betrag vom steuerbaren Einkommen abziehen. Dieses Privileg ist jedoch an Bedingungen geknüpft. So gibt es zum Beispiel einen jährlichen Maximalbetrag. Für 2026 beläuft sich dieser für Erwerbstätige mit Pensionskasse auf 7258 Franken und für Erwerbstätige ohne Pensionskasse auf 20 Prozent des Nettoerwerbseinkommens bis maximal 36'288 Franken. Ausserdem ist das Geld für die Altersvorsorge vorgesehen und darf nur in Ausnahmefällen für andere Zwecke wie zum Beispiel den Erwerb von Wohneigentum oder die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit verwendet werden. Auch bei der Auszahlung gibt es Regeln. So kann das Kapital altershalber frühestens mit 60 Jahren bezogen werden. Das spätestmögliche Alter ist 65, respektive 70 Jahre, sofern man weiterhin erwerbstätig ist. So lang darf man zudem weiterhin einzahlen, sofern man ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt. Teilauszahlungen sind nicht möglich. Man muss das gesamte Kapital beziehen, das auf einem Vorsorgekonto 3a liegt.
Deshalb lohnt sich ein gestaffelter Bezug
Auszahlungen aus der Säule 3a unterliegen einer separaten Kapitalbezugssteuer. Der Tarif ist zwar günstiger als bei der Einkommenssteuer, aber ebenfalls progressiv. Ein Beispiel1): Peter Bissig ist 65 Jahre alt und verfügt über ein 3a-Kapital von 500'000 Franken, das er sich nun, da er in Pension geht, auszahlen lässt. Für die Besteuerung wird das Kapital in Stufen unterteilt, auf die unterschiedliche – und steigende – Steuersätze angewendet werden. Die genauen Tarife und die detaillierten Berechnungsgrundlagen sind abhängig vom Wohnort, Zivilstand und der Konfession. In Altdorf ergibt sich für Peter Bissigs 500'000 Franken eine Steuerlast von rund 29'000 Franken. Bezieht er sein angespartes Kapital gestaffelt über mehrere Jahre, wird jedes Jahr nur der Steuersatz für das aktuell ausgezahlte Kapital fällig – und er profitiert von einer tieferen Steuerbelastung. Lässt er sich von 60 bis 65 Jahren jedes Jahr 100'000 Franken auszahlen, beläuft sich seine Steuerlast für das Gesamtkapital auf rund 21'000 Franken. Damit spart er rund 8000 Franken.
Flexibilität durch mehrere 3a-Lösungen
Um von dieser Einsparung profitieren zu können, sind mehrere Vorsorgekonten 3a nötig, die man gestaffelt beziehen kann. Sie erinnern sich: Eine Teilauszahlung des 3a-Kapitals ist infolge Alters nicht möglich. Die Äufnung und gestaffelte Auflösung verschiedener 3a-Vorsorgekonti ist jedoch erlaubt. Man darf so viele Vorsorgekonti 3a haben, wie man möchte. Je nach erwarteter Kapitalhöhe im Pensionsalter empfehlen sich in der Regel zwischen drei und fünf. Grundsätzlich empfehlen wir ab einem Saldo von rund CHF 50’000 ein neues Gefäss zu eröffnen.
Anlagehorizont ist entscheidend
Für welche Strategie Sie sich entscheiden – Sie sollte zum Zeithorizont und der persönlichen Risikofähigkeit passen. Haben Sie zum Beispiel eine längere Laufzeit von 20 bis 30 Jahren vor sich, kann das Vorsorgedepot 3a sinnvoll sein. Zwischenzeitliche Kursschwankungen am Finanzmarkt können über die Jahre in der Regel ausgeglichen werden. Ist die Laufzeit kürzer – zum Beispiel die letzten fünf Jahre bis zu Ihrer Pension – schützt eine defensivere Strategie mit tieferem Aktienanteil besser vor kurzfristigen Verlusten. Wer mehrere 3a-Vorsorgekonti eröffnet, kann unterschiedliche Strategien verfolgen, etwa eine konservative, eine ausgewogene und eine dynamische.
Planung zahlt sich aus
Wer seinen Ruhestand frühzeitig plant und die Säule 3a sinnvoll strukturiert, profitiert also gleich mehrfach: von jährlichen Steuerabzügen während des Erwerbslebens und von einer geringeren Steuerlast beim Bezug. Durch die geschickte Nutzung mehrerer Konten lassen sich sowohl steuerliche als auch anlagebezogene Vorteile gezielt nutzen. Mit einer passenden Risikostrategie für jedes Konto und einer gestaffelten Auszahlungsplanung legen Sie den Grundstein für eine entspannte Pensionierung.